Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der Gema bisher nicht einigen konnten.“

Bisher erklärte die zu Google gehörende Videoplattform, die Musikrechte seien“von der Gema nicht eingeräumt worden.

Laut Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, „führt YouTube die Öffentlichkeit mit diesen Sperrtafeln in die Irre und beeinflusst rechtswidrig die öffentliche Meinungsbildung einseitig zu Lasten der GEMA“.
Nun hat YouTube die Sperrtafeln
geändert.
„Für uns ist das Urteil eine große Kiste“, freute sich nun Gema-Pressesprecherin Ursula Goebel.

Was für eine Bauchlandung! Da streitet die GEMA jahrelang vor Gericht das die alten Sperrtafeln verschwinden, bekommt dort Recht, und holt sich die nächste Klatsche.
Wie werden die Verantwortlichen der Gema darauf reagieren? Denn was sie eigentlich wollten, ist das der Name GEMA komplett aus der Tafel verschwindet.
Da hatten die Verantwortlichen wohl allen Ernstes geglaubt dass es nur den Hinweis geben würde „Dieses Video ist gesperrt“.

Nun sieht man wo die besseren Marketingexperten sitzen. Bei der GEMA wohl nicht.
Der Text muss wohl lange vor dem Urteil festgestanden haben. Mit Sicherheit hat Google mit diesem dem Urteil gerechnet und im Vorfeld einen neutralen Wortlaut der Meldung formuliert.

Die GEMA schafft es aber auch immer wieder die breite Masse gegen sich aufzubringen und in jeden Fettnapf zu treten den sie findet.
Da war vor einiger Zeit ja der Aufreger mit den Kindergärten.

Und die Forderung Gebühren für Datenträger. Also die sog. Pauschalabgabe.

Und der dickste Hammer ist nun die neue Forderung der ZPÜ (Gesellschafter der ZPÜ sind: GEMA, Güfa, GVL, VG Bild und Kunst, die VG-Wort und Andere von denen der Grossteil der Nutzer keine Ahnung hat und noch nie gehört hat) auf Handys und Smartphones.

Kleine Erheiterung für zwischendurch. Ein Aufreger 😉

Nun stellt sich die Frage wie es zu diesen Forderungen kommen kann.
Eine Info im Vorfeld. Die GEMA ist ein Verein und unterliegt dem
Vereinsrecht.

Sie vertritt etwa 3.300 Komponisten als ordentliche Mitglieder und ca. 6.400 Komponisten, Textdichter und Verleger mit stark eingeschränkten Rechten die als ausserordentliche Mitglieder geführt werden, sowie 55.000 Personen, die zwar einen Berechtigungsvertrag mit der GEMA abgeschlossen haben, aber nicht die berufsständischen Voraussetzungen einer Mitgliedschaft erfüllen.
Nun kommen wir zu dem strukturellen Problemen unter denen die GEMA leidet. (Ja, richtig gelesen: LEIDET)

In der GEMA können nur 3300 Mitglieder über die Geschicke des Vereins bestimmen.
Bei den Hauptversammlungen der GEMA sind jedoch meist nur 150 – 250 ordentliche Mitglieder anwesend um über Anträge abzustimmen und zu entscheiden.
Nun werden dort auch Anträge gestellt, bei denen sich auch ehrlichen Mitgliedern die Nackenhaare bis zu den Augenbrauen aufstellen.

Hier ist ein schon älterer Beitrag, aber sehr lesenswert.
http://blogs.nmz.de/badblog/2009/07/12/pilotenspiel-gema-einige-gedanken-ueber-die-gema-teil-2/

Viel Phantasie ist also nicht erforderlich worum es in den Sitzungen geht. Es geht eben auch um viel Geld.
Der ehemalige Zweck den die GEMA erfüllen sollte liegt in der Hand eines Teiles von ewig gestrigen Hardlinern, und einigen Selbstbedienungsheinis, die es einfach nicht mitbekommen haben dass die Welt nun einmal Änderungen unterworfen ist.

Es ist ja nicht so, das die GEMA sinnlos ist. Sie hat schon ihre Daseinsberechtigung, nur nicht in der jetzigen Form. Es wäre eine dringende Satzungsänderung erforderlich, doch wer glaubt das zu so einer Satzungsänderung kommen wird?

Bei den stimmberechtigten Mitgliedern die so etwas entscheiden könnten glaube ich nicht, das so etwas mehrheitsfähig wäre. Es geht eben halt um viel Geld. Und wer weiß wie es um das Verhältnis zwischen Hardlinern und moderaten Mitgliedern steht?
Ich habe da keinen blassen Schimmer.

So gesehen hat die GEMA , schon bei ihrer Gründung, einen eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus in Gang gesetzt. Und was besonders tragisch ist: Sie kann im Sinne ihrer stimmberechtigten Mitglieder gar nicht anders handeln.

Und nun sitzt die GEMA vor ihrem Scherbenhaufen mit einer Tube Klebstoff in der Hand und zedeppert schneller als sie kleben kann.

Nun sperrt sich die GEMA seit Jahren erfolgreich dagegen ihren Mitgliedern eine Lizensierung unter den Creative-Commons-Lizenzen zu ermöglichen.
Das heisst, die Mitglieder könnten einzelne Werke unter einer freien Lizenz stellen. Der Punkt, der die GEMA dabei stört ist, sie bekommt in dem Fall kein Geld.
Nun konnte sich die GEMA in Deutschland aber immer durch ihre Lobby auf die Rückendeckung einiger Politiker verlassen.
Aber in der EU ist niemand der seine schützende Hand über die GEMA hält.
Nun läuft es richtig dumm für den Verein.
Bislang behauptete die GEMA stets dass es mit ihrem Auftrag und der Mitgliedersatzung nicht vereinbar sei CC-Lizenzen zu akzeptieren.
Laut der GEMA wird nun offen darüber nachgedacht freie Lizenzen zu erlauben. Nun geht es plötzlich?
Völliger Blödsinn. Sie muss es zulassen.

Nun sitzt die Gema mit einer Tube Klebstoff vor ihrem Scherbenhaufen und findet die Klebestellen nicht.

Punktum. Der Konkurenzkampf wird härter.
Die Gründung der 3CS ist so gut wie abgeschlossen und bald nimmt die neue VG die Arbeit auf. Das ist schon mal ein hartes Stück Brot das die GEMA da kauen muss.
Denn die unrühmliche, und von vielen kritisierte GEMA-Vermutung ist damit vom Tisch.
Und es bricht eine grundsätzliche Einnahmequelle zu einem grossen Teil weg.
Und es ist es dann so, dass das deutsche Patent und Markenamt, das für die GEMA bisher eine Art Bollwerk war, keinen Schutz mehr gegen weitere Verwertungsgesellschaften oder neue private Unternehmen darstellt.

Da bleibt eigentlich nur noch übrig, den Scherbenhaufen zusammen zu fegen. Mit kitten ist da nichts mehr.
Es hilft der GEMA nur eine völlige Neuorganisation.
Aber ob die wirklich stattfindet liegt in der Hand der Mitglieder.

Glauben kann ich das nicht.