Der beliebte Musikerkennungsdienst gibt Standortdaten heimlich, still und leise an seine Werbepartner weiter. Natürlich inkl. der Android-ID, der IP-Adresse und einer Liste der installierten Apps.

Wer diese Werbepartner sind und was sie mit den gesammelten Daten anfangen ist unklar.
Ist auf dem Smartphone die App aktiv und ist gleichzeitig GPS aktiviert sendet Shazam in unregelmässigen Abständen die genauen Standortdaten mit der eindeutigen Android ID an die Netzwerke Mologig und Admarel.

Shazam begründet die Funktion der Ortsdaten damit auch regionale Musik-Charts ermitteln zu können. Für die eigentliche Funktion Sound-Häppchen zu analysieren benötigt Shazam die Ortsdaten zu ermitteln nicht.
Diese Ortungsfunktionen sind standardmäßig eingeschaltet und der Nutzer wird über die Weitergabe der Position nur in den Nutzungsbedingungen informiert.
Der Anwender kann in den Einstellungen der Android-App die Funktion per Opt-out deaktivieren, trotzdem gibt die APP ungefragt die Ortsdaten an seine Werbepartner weiter.
Der Betreiber ist theoretisch in der Lage, ein genaues Bewegungsprofil des Anwenders zu erstellen, wenn er die Shazam-App regelmäßig nutzt.
Was Mologiq mit den Daten anstellt, gibt das dahinter stehende Unternehmen nicht zu erkennen. Überhaupt ist über den Werbepartner von Shazam kaum etwas herauszufinden.

Shazam zeigte sich wenig auskunftfreudig. Das Unternehmen verweist auf seine Datenschutzrichtlinien. Der Werbepartner Mologic bezeichnet sich als ein im Geheimen agierendes Start-up und ist auf ein kalifornisches Unternehmen, Namens Motastic in San Jose registriert.
Wer dahinter steckt ist nicht zu ermitteln.
Im Netz finden sich keine Informationen zum Unternehmen. Selbst die im Whois-Eintrag angegebene Adresse scheint nicht zu existieren.

Mehr zur Datenweitergabe durch Smartphone-Apps finden Sie in der aktuellen
c’t 5/14 auf S. 82. (acb)